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Es ist das Wort ganz nahe bei dir,
in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust."

5. Mose 30, 14

 

 

Monatsgedanken Februar 2018

Wer kennt das nicht von sich selbst? Manchmal weiß man sehr genau, was man tun sollte und dann drückt man sich vor einer Entscheidung oder lässt es einfach laufen – heute, morgen, übermorgen. Jedenfalls tut man es nicht und findet nicht selten noch Gründe dafür, warum man es nicht getan hat. Was bleibt, ist nicht selten ein schlechtes Gewissen, verbunden mit dem festen Vorsatz, es dann doch irgendwann zu tun. Und so gehen die Tage und Monate, ja sogar Jahre dahin. Oft sind es gerade Entscheidungen, die gut für einen selbst gewesen wären z.B. ganz Menschliches wie endlich mit einer Diät zu beginnen, eine ungute Beziehung zu beenden, Aufgaben zu übernehmen oder aufzugeben. Jeder hat hier sicher sein Thema, was er schon längst hätte angehen oder anders machen sollen.

Der oben genannte Bibelvers steht in diesem Zusammenhang und hat in den rund 2550 Jahren seit er aufgeschrieben wurde nichts von seiner Aktualität verloren. Er stammt nicht von Mose, obwohl das Buch nach ihm in deutscher Sprache so benannt wird. Die theologischen Wissenschaftler nennen es das Deuteronomium. Aber dieses Buch bringt nicht ein neues Wort Gottes, den die Israeliten auch Jahwe nannten, sondern wiederholt und schärft das, was schon im sogenannten ersten Gesetz (die ersten drei biblischen Bücher) aufgeschrieben wurde.
Wir kennen das aus der Schule. Für Wiederholungen gibt es zwei gute Gründe: zum einen werden sie zur Festigung eingesetzt, zum anderen aber auch dann, wenn Dinge einfach vergessen oder nicht getan wurden, so wie unsere guten Vorsätze vielleicht vom Jahresanfang 2018. Der Monatsspruch aber führt zurück in die Zeit um 580 v. Chr. Große Teile des Volkes Israels sind in die Gegend des heutigen Iraks ins sog. Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris verbannt worden. Die politische Erklärung benennt einen Kampf der Großmächte jener Zeit, den die Babylonier unter Nebukadnezer und seiner Nachfolger für sich entschieden. Die Könige Israels hatten sich in diesem Machtspiel verzockt und auf die falschen Giganten gesetzt. Und damals - wie aktuell heute- löst man die Konflikte durch Deportationen oder Vernichtung der Bevölkerung. Für die biblischen Verfasser ist das aber nur der Vordergrund. Für sie liegt die wahre Ursache darin, dass Israel sich nicht mehr an die Worte seines Gottes hielt und Gott nun eine bittere Strafe zulässt: Land weg, Tempel weg, Gott weg. Dabei war es dem Volk Israel nicht nur einmal gesagt worden, was zu tun ist! Aber vergeblich und daher ein weiteres Mal: Wiederholung.
»Was ich euch gesagt habe, lässt euch die Wahl zwischen Segen und Fluch. Wenn der Herr, euer Gott, euch straft und euch in fremde Länder vertreibt, kommt ihr dort vielleicht zur Besinnung  *2und kehrt zu ihm zurück. Wenn ihr auf das hört, was er euch heute durch mich sagt, wenn ihr und eure Kinder ihm von ganzem Herzen und mit aller Hingabe gehorcht,  *3dann wird der Herr euer Schicksal zum Guten wenden. Er wird sich über euch erbarmen und euch aus allen Ländern zurückbringen, in die er euch vertrieben hat.  *4Selbst wenn ihr bis zum Ende der Welt verschleppt worden seid, wird der Herr, euer Gott, euch von dort zurückholen. *5 Dann bringt er euch wieder in das Land, das euren Vorfahren gehört hat, und ihr könnt es neu in Besitz nehmen.“
Was für eine Zusage! Aber auch: Was für eine Bedingung und Drohung! Denn werden die Israeliten nicht das Gesetz befolgen, so wird ihnen gesagt, dass sie umkommen werden. (V.18). Dabei ist Gottes Wort „ganz nahe“, mehr noch, es ist „in deinem Herzen“. Mehr geht nicht!
Was ist schließlich daraus geworden? Wir wissen das in der heute möglichen Rückschau auf die historischen Vorgänge. Es war alles nicht von langer Dauer. Zwar kehrten die Israeliten damals tatsächlich zurück, bauten den Tempel wieder auf, aber seit rund 2000 Jahren ist davon auch nur noch die heute sog. Klagemauer übrig. Man kann es verallgemeinern: Menschen halten sich nicht dauerhaft an ihre Vorsätze. Weht der Wind des Lebens aus anderen Richtungen, so sind sie so stabil wie die Blätter auf dem Boden. Selbst Gesetze der Menschen werden heute gemacht und morgen verändert.

Aber Gottes Gesetze ehemals verknüpft mit Segen (für Gehorsam) und Fluch (für Ungehorsam) haben seit Jesus von Nazareth, der der Christus wurde, einen anderen Stellenwert. Wir leben glücklicherweise in der Zeit des sog. Neuen Testaments. Und in dieser biblischen Schriftensammlung schreibt Paulus im Blick auf das 5. Buch Mose in seinem Brief an die Römer (Kapitel 10): „Denn Christus ist des Gesetzes Ende; wer an den glaubt, der ist gerecht.“ Es gibt also nur eine Bedingung für ein gesegnetes Leben und das ist der Glaube an eben jenen Christus. Und wer so  glaubt wird in Gesetzen keine strafbewehrten Pflichten, sondern segensbehaftete Aufgaben annehmen dürfen. Just do it - im Februar anno Domini 2018!

Dr. Dietmar Engfer

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